Sonstige Essstörungen

Etwa die Hälfte aller Essstörungen erfüllen nicht die vollen Kriterien einer Magersucht, Bulimie oder einer Binge Eating Störung nach dem medizinischen Krankheitskatalog ICD-10. So gibt es beispielsweise Menschen, die an einer Magersucht (Anorexie) leiden, die (noch) nicht schwer untergewichtig sind. Andere sind zwar untergewichtig, können dies aber selbst auch wahrnehmen und haben keine so grosse Angst vor einer Gewichtszunahme. Manche an Essanfällen Leidende haben weniger als zwei Essattacken in der Woche, die das aktuelle Klassifikationssystem für die Diagnose vorsieht. In solchen weniger eindeutigen Fällen spricht man von „Sonstigen Essstörungen“ oder „nicht näher bezeichneten Essstörungen“. Teilweise handelt es sich auch um sogenannte atypische Anorexie oder atypische Bulimie.

Sonstige Essstörungen sind meist genauso belastend oder krankheitswertig wie die klassische Magersucht, Bulimie oder psychogene Adipositas. Manchmal denken Betroffene, sie hätten keinen Anspruch auf Therapie ihrer Essstörung, weil sie nicht unter einem Vollbild einer solchen Essstörung leiden. Das trifft so nicht zu. Im Zweifelsfall sollte ein Fachmann bzw, eine Fachfrau aufgesucht werden, um die Diagnose zu stellen und über mögliche Schritte zu beraten. Falls Sie ein Vorgespräch in der Klinik am Korso wünschen, können Sie folgenden Weg beschreiten (Ich möchte in die Klinik am Korso.).

Sport-Bulimie oder Sport-Anorexie

Bei manchen von einer Bulimie oder Anorexie (Magersucht) Betroffenen steht als gewichtsregulierende Massnahme ganz eine übermässige körperliche Aktivität im Vordergrund. Nahrungsrestriktion, Erbrechen, Abführmittel und ähnliche Massnahmen treten dem gegenüber eher in den Hintergrund. An Sportbulimie oder Sportanorexie Leidende gehen oft über Stunden hinweg mehrmals die Woche einer oder mehreren Sportarten nach und tun dies, weil sie müssen und nicht, weil es ihnen Freude macht. Trotz Erschöpfung zwingen sie sich, ihr oft rigide festgelegtes Sportprogramm abzuarbeiten und ignorieren Überlastungszeichen, Schmerzen oder widrige Wetterumstände sowie andere Lebensinhalte. Wenn es ihnen einmal dennoch unmöglich ist, ihrem Bewegungsdrang nach zu kommen, führt dies meist zu negativen Gefühlen und schlechtem Gewissen. Dabei ist der Bewegungsdrang häufig sehr quälend. Manchen Betroffenen ist es fast unmöglich, sich auszuruhen, über längere Phasen zu sitzen und sich nicht zu bewegen. Bei der Behandlung dieser Sonderformen der Essstörungen Bulimie und Anorexie muss dem oft ausgeprägten Bewegungsdrang Rechnung getragen werden; ein Ziel der Therapie ist es, nachsichtiger mit dem eigenen Körper um zu gehen, sich wieder Phasen von Ruhe und Entspannung gönnen zu können und Körpersignale ernst zu nehmen und zu beachten.

Mehr Informationen zu diesen Formen der Essstörung finden Sie in unserem fachmedizinschen Bereich.

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