Literatur zum Thema: Essstörungen bei Männern

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AV Akademikerverlag, 2012, ISBN 978-3-639-40110-3

Inhaltlich unveränderte Neuauflage. Essstörungen haben sich in den letzten Jahrzehnten mit rasender Geschwin­dig­keit in allen Bevölkerungsschichten ausgebreitet. Überwiegend sind Mäd­chen und junge Frauen die Hauptbetroffenen. Doch es finden sich auch im­mer wieder Männer, die professionelle Hilfe suchen. Es wird gezeigt, dass die Ur­sa­chen für Essstörungen bei Frauen bereits auf breiter Basis erforscht wurden. Dabei stellt sich die Frage, ob sich die bereits gefundenen Ursachen mög­licher­weise in modifizierter Form auch auf Männer übertragen lassen oder ob ganz neue Wege gegangen werden müssen. Das Buch beginnt mit einer umfangreichen Auseinandersetzung zum Thema Essstörungen. Adi­positas (Fettsucht) wird bewusst ausgeklammert. Ausgehend von den Er­klä­rungs­mo­del­len der Ursachen bei Frauen werden auf Basis männlicher Soziali­sations­theorien Fragestellungen formuliert. Mit Hilfe zweier Interviews werden mögliche Gemeinsamkeiten in den Erklärungsansätzen gesucht und ge­funden. Der Autor betreibt innovative, teilweise auch provozierende Grund­lagen­forschung und richtet sich mit seinem Buch an Betroffene, Eltern, Ärzte, Psychotherapeuten, Mitarbeiter in Beratungs- und Behandlungsstellen und an alle, die es interessiert.

 

 

Goldmann, 2015,  ISBN 978-3-442-17497-3

„Wenn sie zurückkommt, bin ich dünn.“ Diesen Entschluss fasst Christian Frommert, als seine damalige Angebetete sich für ein Jahr nach Australien verabschiedet. Es ist einer der Schlüsselmomente in seinem Leben. Ehemals übergewichtig, gleitet er immer tiefer hinab in den Zwang, dünn zu sein. Während des Doping-Skandals um Jan Ullrich 2006 wird er vom Stress so absorbiert, dass für Essen keine Zeit bleibt. In den folgenden Jahren nimmt er immer mehr ab, bis er schließlich an seinem absoluten Tiefpunkt nur noch 39 Kilogramm wiegt und beinahe an Nierenversagen stirbt. Er wird wie durch ein Wunder gerettet und beschließt: Ich will leben! Dieser neue Mut und Freunde, die ihm zur Seite stehen, helfen ihm, Kraft zu schöpfen. Er schafft es sogar, diese an seine Mitmenschen und Betroffene weiterzugeben.

Pro Literatur, 2004 ISBN: 3-937-03402-1

Bulimie und Magersucht, Anorexie oder wie immer wir es auch nennen wollen, begegnet uns auf der Straße. In modischen jungen Mädchen- und Frauenkörpern und in schlanken jungen Männerkörpern.
Bei ersteren als Schönheitsideal selbstverständlich, bei letzteren bestenfalls als männliche Schwäche zur Kenntnis genommen und dann damit auch abgetan. In den seltensten Fällen als Essstörung und/oder Suchterkrankung erkannt und behandelt.
In einer Gesellschaft, in der die optimale Kleidergröße für Frauen mit Größe 34 propagiert wird, übersehen wir, dass ca. 2-4 Prozent der 18 - 35-jährigen Frauen in Deutschland (Dunkelziffer bei weitem höher!) an Bulimie erkrankt sind. Bulimie, Magersucht, Anorexie ist keine „vorübergehende Störung“, sondern eine ernsthafte und meist auch lebensbedrohliche Erkrankung, die der Therapie bedarf. Es gilt, die tieferen Ursachen der Erkrankung zu finden.
Von allen bulimieerkrankten Menschen in Deutschland sind nur etwa 5% männlich.
Reinhold Miebachs Geschichte ist damit eine Seltenheit. Oder doch nicht? Denn sie ist real, alltäglich und zeigt, wie weit es bei Bulimie über ein „Nichts-Essen-Wollen“, hinausgeht, wie weit es gehen kann, dass „einem etwas auf den Magen schlägt“ und dass es nicht selten ist, dass „einem nur etwas auf den Magen schlägt“. Und dass auch richtige Jungs und gestandene Männer betroffen sind. Eine Geschichte, die zwischen und unter uns allen stattfindet.

DGVT, 2004, ISBN: 3-871-59052-5

Die therapeutische Männerarbeit von Neumann & Süfke basiert auf einer schlichten Hypothese: »Männer verlieren im Laufe ihrer Kindheit/Jugend immer mehr den Zugang zu ihren eigenen Impulsen. Um diesen Zugang wiederherzustellen, müssen wir den Mann zur Sprache bringen!« Die darin enthaltene Doppeldeutigkeit ist gewollt: Den Mann zum Sprechen bringen und ihn anleiten, sein Selbstverständnis als Mann zu symbolisieren. […] Die Autoren bieten keine kopierbaren Patentrezepte. Vielmehr wird es der Offenheit, dem Mut und der Lust der Fachmänner und -frauen überlassen, die gebotenen vielfältigen Anregungen in der eigenen Praxis auszuprobieren […]. Neumann und Süfke haben ein Männerbuch geschrieben und als (Fach-) Mann erhält man vielschichtige und sympathische Einsichten in die Abgründe des eigenen Geschlechts. Gleichwohl dürfte das Buch auch für Fachfrauen überaus spannend sein. Der Rezensent möchte allerdings warnen: frau könnte eher er nüchtert sein, dass Männer im Grunde doch nicht viel anders funktionieren als Frau en ... wenn, ja wenn sie erst einmal zur Sprache gebracht werden!

Books on demand, 2005, ISBN: 3-833-42744-2

Der Autor schildert nicht nur überaus persönlich und berührend seine eigenen Erfahrungen als magersüchtiger Jugendlicher und junger Mann mit Bulimie (Ess-Brechsucht), sondern widmet sich in einem ausführlichen Ratgeberteil auch erstmals ganz gezielt der Problematik männlicher Essstörungen.
Wappis hat sein Buch geschrieben, um männlichen Betroffenen Mut zu machen, sich ihrer heimtückischen Erkrankung zu stellen und sich professionell helfen zu lassen. Weiter möchte der Autor auch Psychologen, Psychotherapeuten und Ärzte dazu anregen, sich noch eingehender mit dem Phänomen der Magersucht und Bulimie bei Männern zu beschäftigen.